Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,

wir hoffen, dass Sie Ihre OP gut überstanden haben.

Hier beantworten wir Ihnen einige wichtige Fragen rund um Ihre Nasen-Operation:

Schmerzen & Beschwerden

Wie stark sind die Schmerzen nach der Operation?

Meist sind die Schmerzen nach einer Nasen-OP gut auszuhalten und eher als Druckgefühl spürbar. Stärkere Schmerzen sind selten. Geeignete Schmerzmittel helfen zuverlässig.

Wie lange halten Schmerzen oder Druckgefühle an?

Druck, Spannung und leichtes Ziehen können mehrere Tage bis etwa zwei Wochen anhalten. Dies bessert sich stetig im Verlauf der Heilung.

Was kann ich gegen Schmerzen tun?

Bei Bedarf und wenn Sie die Medikamente vertragen, können Sie Ibuprofen 400 mg oder Paracetamol 500 mg jeweils bis zu 3x täglich einnehmen. Eine externe Kühlung der Nase kann zusätzlich entlasten. Vermeiden Sie körperliche Anstrengung, damit der Druck nicht zunimmt.

Atmung & Nasenfunktion

Ab wann kann ich wieder frei durch die Nase atmen?

Die Nase ist durch Schwellung und Krusten zunächst verstopft. Erste Besserung tritt meist nach 1–2 Wochen ein, das endgültige Ergebnis oft erst nach mehreren Wochen.

Warum läuft meine Nase die ganze Zeit?

Nach der OP produziert die Schleimhaut mehr Sekret, um zu heilen. Klare Flüssigkeit oder leicht blutiges Sekret sind normal.

Wann hört die Krusten- und Borkenbildung auf?

Krusten können mehrere Wochen bestehen bleiben. Regelmäßige Nasenspülungen beschleunigen das Abheilen deutlich.

Tamponaden & Schienen

Habe ich Tamponaden oder Schienen in der Nase und wann werden sie entfernt?

Nach einer Nasenscheidewand-OP („Septumplastik“) schienen wir die frisch begradigte Nasenscheidewand mit Silikonschienen („Splints“). Die Splints werden durch uns in der Praxis nach 5-10 Tagen entfernt. In einigen wenigen Fällen müssen bei der Operation auch Tamponaden eingesetzt werden. Wir nutzen ausschließlich selbst-auflösende Tamponaden, die entweder durch den Körper nach einiger Zeit selbständig resorbiert werden oder durch uns in der Praxis abgesaugt werden.

Tut das Entfernen weh?

Nein. Die Silikon-Splints sind mit 1-2 Haltefäden in der Nase fixiert, die wir lösen müssen. Anschließend werden die weichen Splints problemlos und ohne Schmerzen herausgezogen. Unsere Tamponaden müssen gar nicht aus der Nase gezogen werden; sie lösen sich entweder von alleine auf oder werden in der Praxis abgesaugt.

Kann ich trotz Tamponaden atmen?

Wenn wir Tamponaden einsetzen, versuchen wir, den unteren Nasengang frei zu lassen, so dass trotz liegender Tamponaden etwas Nasenatmung möglich ist. Mundatmung ist in den Tagen nach der OP aber völlig normal und kein Grund zur Sorge.

Blutungen

Ist leichtes Nachbluten normal?

Ein wenig Blut oder rosafarbenes Sekret ist in den ersten Tagen normal. Es sollte jedoch nicht dauerhaft stark fließen. Richtige Nachblutungen sind insgesamt nach Nasen-Operationen sehr selten.

Was mache ich, wenn es doch mal stärker blutet?

Nur, wenn es wie bei klassischem Nasenbluten läuft, ist es auch eine relevante Nachblutung. Setzen Sie sich aufrecht hin, kühlen Sie den Nacken und drücken Sie die Nasenflügel sanft zusammen. Wenn die Blutung über 10 Minuten anhält, kontaktieren Sie Ihren Arzt.

Wann sollte ich den Arzt kontaktieren?

Bei anhaltenden starken Blutungen, Fieber oder zunehmenden Schmerzen sollten Sie sich sofort melden.

Nasenpflege

Wie soll ich meine Nase nach der OP pflegen?

Wir empfehlen Ihnen, die Nase für 1 Woche mit einer „weichen Nasensalbe“ zu versorgen. Hierzu eignen sich beispielsweise Bepanthen® Augen- und Nasensalbe oder Nisita® Nasensalbe oder auch die „Rodenkirchener Nasensalbe“ (exklusiv angemischt in der Skarabäus Apotheke im Erdgeschoss unserer HNO-Praxis). Die Nasensalbe applizieren Sie mehrmals täglich (mindestens 3x pro Tag); jeweils immer ein erbsengroßes Stück direkt aus der Salbentube oder mit dem Finger vorne in das Nasenloch einführen und dann einwirken lassen; nicht stark hochziehen. Im Prinzip soll die Nase in der 1. Woche nach der OP nie komplett trocken sein, sondern immer leicht eingesalbt wirken.

Ab wann darf ich Nasenspülungen machen?

Nasenspülungen mit einer 0,9%igen Kochsalz-Lösung beginnen Sie bitte frühestens, wenn die Nasensplints aus der Nase entfernt sind, also frühestens ab 2. Woche nach der OP.

Wie oft und wie lange sollte ich ab der 2. Woche Nasenspülungen machen?

In der Regel 2 Mal täglich mit isotoner Kochsalzlösung (0,9%). Spülungen sind oft für mehrere Wochen (mindestens 4 Wochen) nach einer Nasen-OP sinnvoll.

Soll ich die Nasensalbe auch nach der 1. Woche weiter benutzen?

Ja, bitte wenden Sie ab der 2. Woche nach der OP eine weiche Nasensalbe im Wechsel mit Nasenspülungen an, so dass Sie täglich mindestens 2x Nasensalbe applizieren. Beides zusammen mindestens für die Dauer von 4 Wochen nach der Operation.

Meine Nase wird nicht richtig frei – was kann ich tun?

Die Nase produziert über einige Wochen nach der OP vermehrt Sekret. Trocknet das Sekret, so bilden sich Borken. Manchmal reichen Salben und Nasenspülungen nicht aus, die Nase frei zu bekommen. In diesem Fall kann ein Nasenöl helfen, das festere Sekret zu lösen. Nasenöl sollten Sie allerdings frühestens ab der 3. Woche nach OP anwenden. Wir empfehlen Ihnen außerdem, in den ersten 4 Wochen regelmäßig (ggf. auch mehrmals die Woche) in unsere Praxis zum gezielten Absaugen der Nase zu kommen.

Kann ich auch abschwellendes Nasenspray einnehmen?

Abschwellendes Nasenspray (oder -Tropfen) (z.B. nasic®, Otriven®, Olynth®, Nasenspray‑ratiopharm® Erwachsene, Snup®) sollten Sie für 4 Wochen nach der Operation nicht einnehmen. Und wir hoffen, dass Sie es danach auch nicht mehr brauchen, da sich Ihre Nasenatmung dann ja verbessert haben sollte.

Schwellung & Heilungsverlauf

Wie lange ist meine Nase geschwollen?

Die Schwellung klingt innerhalb der ersten 1–3 Wochen deutlich ab. Eine Restschwellung kann länger bestehen, besonders nach Nebenhöhlen-OPs.

Warum habe ich Druck im Gesicht oder Kopfschmerzen?

Das liegt an Schwellungen im Naseninneren und den Nebenhöhlen. Dies bessert sich nach einigen Tagen.

Wie lange dauert die vollständige Heilung?

Meist 4–8 Wochen, bei Nebenhöhlen-OPs auch länger. Das Ergebnis stabilisiert sich über mehrere Monate.

Wann ist das endgültige Ergebnis spürbar?

Der luftige Effekt stellt sich oft nach einigen Wochen ein. Feinschliff der Schleimhaut dauert manchmal Monate.

Verhalten nach der OP

Was muss ich am OP-Tag beachten?

Am OP-Tag empfehlen wir Ihnen eine körperliche Schonung. Sie sind für den OP-Tag nicht verkehrtüchtig und wir bitten Sie, sich von einer Begleitperson nach Hause bringen zu lassen.

Was sollte ich in den ersten Tagen vermeiden?

Bücken, Pressen, schweres Heben und starke Anstrengung. Auch Naseputzen sollten Sie zunächst unterlassen.

Gibt es Einschränkungen beim Essen oder Trinken?

Heiße Getränke und scharfes Essen können die Schleimhäute reizen. Sonst gibt es meist keine Einschränkungen.

Ab wann kann ich mich körperlich wieder mehr belasten?

Meist können Sie Ihre körperliche Belastung langsam schon ab dem Tag nach der OP wieder steigern; Spazieren gehen sollte früh machbar sein. Von sportlicher Aktivität bitten wir jedoch bis zu unserer Freigabe abzusehen; je nach Sportart ist dies frühestens meist nach 2 Wochen wieder möglich. Schweres Heben oder Pressen sollten Sie länger meiden.

Ab wann darf ich wieder die Nase schnäuzen?

In der Regel erst nach 1–2 Wochen vorsichtig. Zuvor besser nur tupfen.

Was mache ich, wenn ich niesen muss?

Niesen Sie mit offenem Mund, um den Druck von der Nase zu nehmen. Das ist völlig ausreichend.

Kann starkes Husten etwas kaputt machen?

Nein, normaler Husten ist unproblematisch. Vermeiden Sie jedoch starkes Pressen.

Wie oft muss ich zur Nachkontrolle kommen?

Meist in den ersten Wochen mehrere Male. Wenn Sie Splints eingesetzt bekommen haben, müssen diese nach 5-10 Tagen in der Praxis gezogen werden. Hiernach empfiehlt sich eine Kontrolle mit Nasenpflege in der Praxis anfangs 1-2x pro Woche.

Schlafen & Alltagsaktivitäten

Wie soll ich schlafen?

Am besten mit leicht erhöhtem Oberkörper, besonders in der ersten Woche. Das reduziert Schwellung und Blutungsrisiko.

Wann darf ich wieder Sport machen?

Leichter Sport nach 2–3 Wochen, intensiver Sport nach 4–6 Wochen. Fragen Sie im Zweifel nach.

Wie lange bin ich krank geschreiben bzw. wann darf ich wieder zur Arbeit?

Büroarbeit ist oft nach wenigen Tagen möglich, körperliche Arbeit nach 1–2 Wochen. Ihr Genesungsverlauf entscheidet.

Darf ich heiß duschen oder in die Sauna?

In den ersten 2 Wochen sollten Sie Hitze meiden, da sie Blutungen fördern kann.

Darf ich reisen (Auto, Zug, Flugzeug)?

Autofahren ist möglich, sobald Sie sich fit fühlen. Fliegen wird häufig erst nach 2–3 Wochen empfohlen.

Komplikationen

Woran erkenne ich eine Infektion?

Anhaltend starke Schmerzen, zunehmender Druck, Fieber oder übel riechendes Sekret können darauf hinweisen. Suchen Sie dann den Arzt auf.

Welche Warnzeichen gibt es?

Starke Blutungen, Sehprobleme, starke Schwellung oder starke Kopfschmerzen sind Warnsignale.

Was mache ich bei einem akuten Notfall?

Im Falle eines akuten Notfalls, bspw. einer starken andauernden Nachblutung, rufen Sie bitte einen Krankenwagen (Tel. 112) bzw. stellen Sie sich in einer ärztliche Notaufnahme einer Klinik vor. Ein 24/7-HNO-Notdienst besteht beispielsweise in der HNO-Klinik der Uniklinik Köln (HNO-Klinik (Geb. 23), Joseph-Stelzmann-Str. 9, 50937 Köln).

Speziellere Fragen zu einzelnen Eingriffen

Kann die Nasenscheidewand (das „Septum“) wieder „schief werden“?

In den ersten Wochen ist das Gewebe nach einer Septumplastik recht empfindlich. Mit Schonung ist das Risiko einer frühen Schiefstellung jedoch gering. In den meisten Fällen ist eine einmalige Begradigung der Nasenscheidewand lebenslang anhaltend; erneute Verbiegungen der Nasenscheidewand sind jedoch nicht ausgeschlossen.

Nasenmuscheloperation: Wird die Nase dauerhaft freier sein?

In den meisten Fällen ja. Die endgültige Verbesserung zeigt sich oft erst nach ca. 6 Wochen. Dennoch gibt es Fälle, in denen Muschelgewebe schon nach einigen Monaten wieder chronisch anschwillt. Eine dauerhaft freie Nase kann durch eine Nasenmuscheloperationen nicht gearantiert werden.

Gibt es Risiken wie „empty nose syndrome“ (Stinknase)?

Dieses Risiko ist bei modernen, schonenden Techniken extrem gering. Derartige Resultate stammen fast ausschließlich aus einer Zeit, als es noch keine schleimhautschonenden Techniken gab und stattdessen Muschelgewebe großzügig abgeschnitten wurde, um Platz in der Nase zu schaffen. Bei Anwendung der submukösen Radiofrequenzmethode zur Verkleinerung der Nasenmuscheln lässt sich eine derartige Entwicklung nahezu ausschließen.

Nasennebenhöhlenoperation: Wie lange bleiben die Nebenhöhlen empfindlich?

Mehrere Wochen. Regelmäßige Spülungen beschleunigen die Erholung.

Kommen Polypen oder Entzündungen wieder?

Das kann vorkommen, besonders bei chronischen Erkrankungen. Gute Nachsorge und ggf. Sprays senken das Risiko. Auch eine Allergie sollte behandelt werden, wenn sie nasale Symptome macht.

Wie kann ich meinen Operateur bei weiteren Fragen erreichen?

Weitere Fragen stellen Sie gerne im Rahmen der Kontrolluntersuchungen in der Praxis. Wenn es doch mal etwas dringender ist, können Sie Ihren Operateur bei Bedarf per SMS oder Whatsapp kontaktieren: Prof. Dr. med. Jan-Christoffer Lüers (0163-4569028) bzw. Prof. Dr. med. Stefanie Jansen (0176-24833081).